Wasserfälle und Schluchten

Die schönsten Wasserfälle und Schluchten im Schwarzwald

Wasserfälle und Schluchten im Schwarzwald – auf einen Blick

  • Highlights: Triberger (höchste Deutschlands), Todtnauer, Allerheiligen, Geroldsauer, Burgbach, Monbachschlucht
  • Beste Zeit: Frühjahr (Schneeschmelze) und nach Regen – dann führen die Fälle am meisten Wasser
  • Für wen: Familien, Wanderer, Fotografen
  • Tipp: festes Schuhwerk, Wege können nass und rutschig sein

Der Schwarzwald ist ein Paradies für alle, die tosendes Wasser und wildromantische Schluchten lieben. Von den höchsten Wasserfällen Deutschlands in Triberg bis zu versteckten Kaskaden und engen Klammen – hier findest du die schönsten Wasserfälle und Schluchten der Region im Überblick, jeweils mit Link zum ausführlichen Guide.

Dass es im Schwarzwald so viele Wasserfälle und Schluchten gibt, hat gute Gründe: Das Mittelgebirge steigt vom Rheintal steil auf über 1.400 Meter an, und über diesen Höhenunterschied haben sich zahlreiche Bäche tief in Granit, Gneis und Buntsandstein gegraben. Dazu kommen mit die höchsten Niederschlagsmengen Deutschlands. Wo hartes Gestein auf weicheres trifft oder eiszeitliche Kare den Hang unterbrechen, entstehen Fallstufen und enge Klammen – vom donnernden Wasserfall bis zur schmalen Schlucht, durch die du auf Trittsteinen wanderst.

Triberger Wasserfälle

Kaskaden der Triberger Wasserfälle
Die Gutach stürzt über mehrere Kaskaden durch die bewaldete Schlucht.

Mit rund 163 Metern über sieben Fallstufen sind sie die höchsten Wasserfälle Deutschlands – mitten in Triberg und bequem über gut ausgebaute Wege erreichbar. Ein Klassiker, den du gesehen haben musst.

Die Triberger Wasserfälle sind der bekannteste Wasserfall im Schwarzwald – und trotzdem lohnt sich der Besuch. Vom Ortszentrum führen drei unterschiedlich lange, gut ausgebaute Wege bergauf am tosenden Wasser entlang. Der kürzeste bringt dich in etwa zehn Minuten zur ersten Fallstufe; für den kompletten Aufstieg bis zur Wallfahrtskirche Maria in der Tanne solltest du rund eine Stunde einplanen. Unterwegs begegnen dir oft zutrauliche Eichhörnchen.

Der Zugang ist kostenpflichtig (Erwachsene etwa 8 €, Kinder ermäßigt); dafür sind die Wege gepflegt, gesichert und im Advent sogar beleuchtet. Feste Schuhe sind Pflicht, weil die Stufen bei Nässe rutschig werden. Wer mehr Zeit mitbringt, verbindet den Besuch gut mit der weltgrößten Kuckucksuhr und der Triberger Altstadt. Parkplätze gibt es direkt am unteren Eingang und am Bahnhof.

Zum ausführlichen Triberg-Wasserfälle-Guide →

Todtnauer Wasserfall

Der Todtnauer Wasserfall stürzt über die bewaldeten Felsen
Der Todtnauer Wasserfall stürzt über die bewaldeten Felsen.

Rund 97 Meter stürzt das Wasser hier über mehrere Stufen in die Tiefe – einer der höchsten Naturwasserfälle Deutschlands, umgeben von tiefem Schwarzwald.

Der Todtnauer Wasserfall im Südschwarzwald zählt mit rund 97 Metern Fallhöhe zu den höchsten Naturwasserfällen Deutschlands. Anders als in Triberg ist der Zugang kostenlos und deutlich naturbelassener: Ein schmaler Pfad führt über Stufen und Wurzeln am Hangloch-Bach entlang nach oben. Für Auf- und Abstieg mit Fotostopps solltest du etwa 45 bis 60 Minuten einplanen.

Die beste Aussicht hast du von der unteren Brücke, wo das Wasser über bemooste Felsstufen in die Tiefe stürzt. Weil der Weg teils steil und dauerhaft feucht ist, sind Trekkingschuhe mit Profil sinnvoll. Der Wasserfall liegt ideal für eine Kombination mit dem Feldberg, Todtnauberg und der Sommerrodelbahn Hasenhorn – ein guter Baustein für einen Tag im Hochschwarzwald.

Alles zum Todtnauer Wasserfall im Detail →

Allerheiligen Wasserfälle

Allerheiligen Wasserfälle über Felsstufen
Der Lierbach stürzt über die Felsstufen der Allerheiligen Wasserfälle.

Sieben Kaskaden über rund 83 Meter, direkt neben der stimmungsvollen Klosterruine Allerheiligen. Über Treppen und Stege führt der Weg mitten durch die Schlucht.

Die Allerheiligen-Wasserfälle bei Oppenau gehören zu den schönsten des ganzen Schwarzwalds. Der Lierbach stürzt über mehrere Kaskaden rund 83 Meter in die Tiefe, begleitet von einem gut gesicherten Weg mit Treppen, Stegen und Geländern. Von der Klosterruine Allerheiligen führt der Abstieg an den Fällen entlang bis zum unteren Parkplatz – etwa 45 Minuten reine Wegstrecke.

Besonders reizvoll ist die Verbindung aus Natur und Geschichte: Die gotische Klosterruine oberhalb der Fälle ist frei zugänglich und ein lohnendes Ziel für sich. Wer länger wandern möchte, steigt weiter zum Karlsruher Grat, einem der wenigen felsigen Grate im Schwarzwald. Der Zugang zu den Wasserfällen ist kostenlos, Parkplätze gibt es oben an der Ruine und unten am Wanderparkplatz.

Mehr zu den Allerheiligen-Wasserfällen →

Geroldsauer Wasserfall

Der Geroldsauer Wasserfall im Grobbachtal
Der Geroldsauer Wasserfall stürzt über eine Felsstufe in ein moosgrünes Becken.

Idyllischer Wasserfall im „Malerwinkel“ bei Baden-Baden – ideal für eine kurze, familienfreundliche Wanderung durch ein grünes Seitental.

Der Geroldsauer Wasserfall im „Malerwinkel“ bei Baden-Baden ist der romantischste in dieser Auswahl. Der Grobbach fällt in mehreren Stufen durch ein enges, dicht bewaldetes Tal, das schon im 19. Jahrhundert Maler und Dichter anzog. Vom Wanderparkplatz Geroldsau erreichst du den Fall in einem gemütlichen Spaziergang von rund 20 Minuten – auch mit Kindern gut machbar.

Am schönsten ist die Stimmung im Frühjahr, wenn der Grobbach viel Wasser führt und der Wald frisch grün ist. Der Weg ist überwiegend eben und lässt sich gut zu einer längeren Runde durchs Grobbachtal bis zum Wasserfall-Café verlängern. Ideal als Halbtagesausflug in Kombination mit der Bäderstadt Baden-Baden.

Unser kompletter Geroldsauer-Guide →

Burgbachwasserfall

Panoramablick vom Burgbachfelsen über das Wolftal
Vom Burgbachöfelsen reicht der Blick weit über das Wolftal.

Über 32 Meter fällt der Burgbach frei über eine Granitwand bei Bad Rippoldsau-Schapbach – einer der schönsten freifallenden Wasserfälle des Nordschwarzwalds.

Der Burgbachwasserfall bei Bad Rippoldsau-Schapbach ist eine Besonderheit: Er stürzt in nahezu freiem Fall rund 32 Meter über eine senkrechte Granitwand – eine im Schwarzwald seltene Formation. Der Zugang erfolgt über einen schönen Rundweg durch Mischwald, für den du etwa ein bis eineinhalb Stunden einplanen solltest.

Weil der Fall im oberen Kinzigtal etwas abseits liegt, ist es hier deutlich ruhiger als in Triberg oder Allerheiligen – gut für alle, die Natur ohne Trubel suchen. Der Weg ist als Wanderung ausgeschildert und teils wurzelig; feste Schuhe sind auch hier zu empfehlen. Kostenlos zugänglich, Parkmöglichkeiten am Ortsrand von Schapbach.

Den Burgbachwasserfall entdecken →

Monbachschlucht

Sonniger Waldweg am Eingang der Monbachschlucht
Sonniger Waldweg am Einstieg in die Monbachschlucht.

Wildromantische Schlucht bei Bad Liebenzell, in der der Monbach über Felsblöcke und kleine Fälle springt. Ein abwechslungsreicher Wanderweg mit Trittsteinen und Stegen.

Die Monbachschlucht bei Bad Liebenzell im Nordschwarzwald ist keine klassische Wasserfall-, sondern eine Schluchtwanderung – und ein kleines Abenteuer. Der Monbach hat sich tief ins Gestein gegraben; über Trittsteine, Felsblöcke und schmale Pfade geht es direkt am und teils durchs Wasser entlang. Für die gesamte Runde solltest du zwei bis drei Stunden einplanen.

Landschaftlich ist die Schlucht grandios, verlangt aber Trittsicherheit und griffige, wasserfeste Schuhe – nach Regen kann der untere, felsige Teil rutschig und der Bach hoch sein. Familien mit älteren Kindern erleben hier einen echten Höhepunkt; für Kinderwagen ist die Strecke nicht geeignet. Am besten kombinierst du die Wanderung mit dem Kurort Bad Liebenzell und dem Monbachtal.

Zur ausführlichen Monbachschlucht-Wanderung →

Die schönsten Schluchten im Schwarzwald

Neben den Wasserfällen lohnen sich die Schluchten des Schwarzwalds als eigenes Wanderziel. Am bekanntesten ist die Ravennaschlucht im Höllental, berühmt durch das gemauerte Eisenbahnviadukt und den romantischen Weihnachtsmarkt in seinen Bögen; ein gut ausgebauter Steig führt an mehreren kleinen Wasserfällen vorbei. Die Wutachschlucht im Südschwarzwald gilt als eine der ursprünglichsten Flusslandschaften Deutschlands – auf rund 13 Kilometern begleitest du den wilden Fluss durch einen fast urwaldartigen Canyon, ideal für eine ausgedehnte Tageswanderung. Kompakter und familienfreundlicher ist die benachbarte Gauchachschlucht, die sich gut mit der Wutachschlucht verbinden lässt. Im Nordschwarzwald bietet die bereits vorgestellte Monbachschlucht ein ähnliches Erlebnis. Für alle Schluchten gilt: feste, griffige Schuhe, Trittsicherheit und ein Blick auf die Wettervorhersage, denn nach Starkregen können Wege gesperrt sein. Eine Übersicht aller Ziele findest du auf unserer Schwarzwald-Karte.

Beste Reisezeit: Wann führen die Wasserfälle am meisten Wasser?

Wasserfälle leben vom Wasser – und das ist im Schwarzwald nicht das ganze Jahr gleich viel. Am eindrucksvollsten sind die Fälle im Frühjahr zur Schneeschmelze (etwa März bis Mai) und nach längeren Regenphasen: Dann donnern die Wassermassen mit voller Wucht über die Stufen. Im Hochsommer kann besonders bei kleineren Fällen wie dem Burgbachwasserfall die Wassermenge spürbar zurückgehen. Der Herbst bringt mit buntem Laub und ergiebigem Regen eine zweite Hochsaison, und im Winter verwandeln sich einige Fälle in glitzernde Eisgebilde – dann sind die Wege allerdings teils gesperrt oder vereist. Unser Tipp: Plane deinen Besuch nach ein bis zwei regenreichen Tagen, dann erlebst du die Wasserfälle von ihrer spektakulärsten Seite.

Ausrüstung und Sicherheit an Wasserfällen und in Schluchten

An Wasserfällen und in Schluchten ist der Untergrund fast immer feucht und dadurch rutschig. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind deshalb an allen hier vorgestellten Zielen sinnvoll, in der Monbachschlucht sogar Pflicht. Bleib auf den gesicherten Wegen und Stegen, klettere nicht über Absperrungen und halte an Aussichtspunkten Abstand zur Kante – nasses Moos ist tückisch. Nimm bei den längeren Touren genug zu trinken mit und prüfe vor Schluchtwanderungen die Wettervorhersage, denn nach Starkregen können Bäche schnell anschwellen. Für Foto-Fans lohnt sich eine Kamera mit etwas längerer Belichtungszeit, mit der das Wasser seidig weich wirkt.

Wasserfälle mit Kindern erleben

Nicht jeder Wasserfall ist gleich familientauglich. Besonders gut mit kleineren Kindern funktionieren der Geroldsauer Wasserfall und die kurzen Wege in Triberg. Die Allerheiligen-Wasserfälle sind mit ihren vielen Treppen ein Erlebnis für Kinder ab dem Grundschulalter, die sicher zu Fuß unterwegs sind. Die Monbachschlucht dagegen ist ein Abenteuer für ältere, trittsichere Kinder. Plane genug Zeit für Pausen ein – tosendes Wasser, Brücken und Eichhörnchen sorgen unterwegs für viele Stopps.

Wasserfälle und Schluchten clever kombinieren

Die schönsten Wasserfälle lassen sich wunderbar zu ganzen Ausflugstagen verbinden. Im Südschwarzwald bündeln sich Todtnauer Wasserfall, Feldberg und die Seen rund um Titisee und Schluchsee; im Norden passen Geroldsauer Wasserfall, Baden-Baden und die Höhen der Schwarzwaldhochstraße gut zusammen. Rund um Oppenau und das Kinzigtal lassen sich Allerheiligen, Burgbachwasserfall und Triberg zu einer Wasserfall-Runde verknüpfen. Bei der Routenplanung hilft dir unsere interaktive Schwarzwald-Karte mit allen Zielen im Überblick. Passende Tagestouren findest du unter Touren und Erlebnisse, und wer das Wasser lieber zum Baden nutzt, wird bei den schönsten Seen im Schwarzwald fündig.

Anfahrt, Parken und barrierearme Zugänge

Die meisten Wasserfälle erreichst du am bequemsten mit dem Auto; an fast allen Zielen gibt es ausgewiesene Wanderparkplätze, an den Triberger Wasserfällen zusätzlich mehrere Parkhäuser im Ort. Wer mit Bus und Bahn anreist, kommt vor allem im Süden gut voran: Triberg und Todtnau sind an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, und mit der Gästekarte KONUS fährst du in vielen Schwarzwald-Orten kostenlos mit Bus und Bahn. Barrierearm sind vor allem die unteren, gepflasterten Abschnitte in Triberg sowie der ebene Zuweg zum Geroldsauer Wasserfall. Die Schluchten und die oberen Fallstufen sind dagegen fast immer mit Treppen und schmalen Pfaden verbunden und daher nicht für Rollstühle oder Kinderwagen geeignet. Plane für die beliebten Ziele an Wochenenden und Feiertagen eine frühe Anreise ein, dann findest du leichter einen Parkplatz.

Häufige Fragen zu Wasserfällen im Schwarzwald

Welches sind die höchsten Wasserfälle im Schwarzwald?
Die Triberger Wasserfälle gelten mit rund 163 Metern Gesamthöhe als die höchsten Wasserfälle Deutschlands. Auch der Todtnauer Wasserfall (ca. 97 m) und die Allerheiligen Wasserfälle (ca. 83 m) gehören zu den eindrucksvollsten.

Wann lohnt sich ein Besuch am meisten?
Im Frühjahr zur Schneeschmelze und nach längeren Regenfällen führen die Wasserfälle am meisten Wasser und wirken am spektakulärsten. Im Winter sind einige teils vereist und besonders stimmungsvoll.

Sind die Wasserfälle familienfreundlich?
Viele Wege – etwa in Triberg oder am Geroldsauer Wasserfall – sind gut ausgebaut und auch mit Kindern machbar. In Schluchten wie der Monbachschlucht solltest du auf festes Schuhwerk achten.

Kosten die Wasserfälle Eintritt?
Die meisten Naturwasserfälle sind frei zugänglich; die Triberger Wasserfälle erheben ein Eintrittsgeld für den gepflegten Anlagenbereich. Details findest du im jeweiligen Artikel.

Kosten die Wasserfälle im Schwarzwald Eintritt?
Die meisten Wasserfälle sind kostenlos zugänglich, darunter der Todtnauer Wasserfall, die Allerheiligen-Wasserfälle, der Geroldsauer Wasserfall und der Burgbachwasserfall. Eintritt kostet nur der bekannteste: An den Triberger Wasserfällen wird eine Gebühr von rund 8 Euro für Erwachsene fällig, dafür sind die Wege besonders gut ausgebaut und im Advent beleuchtet.

Welche Wasserfälle eignen sich für Familien mit kleinen Kindern?
Besonders gut geeignet sind der Geroldsauer Wasserfall bei Baden-Baden und die kurzen unteren Wege der Triberger Wasserfälle. Die Allerheiligen-Wasserfälle sind mit ihren vielen Treppen ein Erlebnis für etwas ältere Kinder, während die Monbachschlucht ein Abenteuer für trittsichere Kinder ab dem Schulalter ist und sich nicht für Kinderwagen eignet.

Sind die Wege an Wasserfällen und in Schluchten auch bei Nässe begehbar?
Steine, Treppen, Stege und Wurzeln sind an Wasserfällen fast immer feucht und dadurch rutschig. Feste Schuhe mit gutem Profil sind Pflicht, in Schluchten wie der Monbach- oder Wutachschlucht zusätzlich Trittsicherheit. Nach Starkregen können einzelne Schluchtenwege gesperrt sein – prüfe das am besten vorab.