Seen und Baden

Die 5 schönsten Seen im Schwarzwald – Von mystischen Karseen bis zu beliebten Badeseen – Dein ultimativer Guide

Die schönsten Seen im Schwarzwald auf einen Blick

  • Highlights: Titisee, Schluchsee, Mummelsee, Feldsee und weitere
  • Baden: vor allem am Titisee und Schluchsee (Strandbäder)
  • Natur pur: Feldsee, Wildsee und Hohlohsee liegen in Schutzgebieten (kein Baden)
  • Anreise: viele Seen mit der KONUS-Gästekarte kostenlos per ÖPNV
  • Beste Zeit: Sommer zum Baden, Herbst für Ruhe und klare Sicht

Der Schwarzwald ist nicht nur für seine dichten Wälder und malerischen Dörfer bekannt, sondern beherbergt auch einige der faszinierendsten Seen Deutschlands. Von geheimnisvollen Karseen, die wie dunkle Augen aus dem Wald blicken, bis zu beliebten Badeseen, die im Sommer Erfrischung versprechen – jeder See erzählt seine eigene Geschichte. Begleite mich auf eine Entdeckungsreise zu den fünf schönsten Seen im Schwarzwald, die ich alle selbst besucht und fotografiert habe.

Blick über den Schluchsee im Schwarzwald mit bewaldeten Ufern.
Weite Wasserflächen, dunkle Tannen und stille Karseen – die Schwarzwaldseen gehören zu den schönsten Ausflugszielen der Region.

1. Glaswaldsee – Das mystische schwarze Auge des Schwarzwalds

Versteckt zwischen Bad Rippoldsau-Schapbach und Bad Peterstal-Griesbach liegt der Glaswaldsee – für mich der geheimnisvollste aller Schwarzwaldseen. Auf 839 Metern Höhe, umgeben von bis zu 120 Meter hohen Karwänden, präsentiert sich dieser Karsee als wahres Naturjuwel. Mit seiner dunklen, fast schwarzen Wasseroberfläche hat er sich seinen Beinamen „schwarzes Auge des Schwarzwalds“ redlich verdient.

Steinmännchen am Ufer des Glaswaldsees
Steinmännchen am Ufer des Glaswaldsees.

Der Name Glaswaldsee erinnert an die Glashütte, die hier 1587 errichtet wurde, um Flaschen für das berühmte Rippoldsauer Heilwasser herzustellen. Doch die wahre Magie des Sees liegt in seiner Unberührtheit. Als Teil eines 123 Hektar großen Naturschutzgebietes seit 1960, ist er nur zu Fuß erreichbar – und genau das macht seinen besonderen Reiz aus.

Wandertipp zum Glaswaldsee

Die kürzeste Route führt vom Wanderparkplatz Seeloch in Glaswald in etwa 20-30 Minuten zum See. Dabei überwindest du rund 200 Höhenmeter auf gut ausgebauten Forstwegen. Die Umrundung des Sees dauert etwa 45-60 Minuten und führt teils über schmale, wurzelige Pfade direkt am Ufer entlang. Besonders empfehlenswert: Der Aufstieg zum Glaswaldseeblick auf der Lettstädter Höhe – von hier hast du einen atemberaubenden Blick auf den Karsee.

Praktische Infos Glaswaldsee

Lage: Zwischen Bad Rippoldsau-Schapbach und Bad Peterstal-Griesbach
Höhe: 839 m ü. Nönö
Größe: 3 Hektar, bis zu 11 Meter tief
Parken: Wanderparkplatz Glaswald/Seeloch (2 Euro Tagesticket)
Baden: Im Sommer möglich, aber kein offizieller Badesee

Zum ausführlichen Glaswaldsee-Guide →

2. Mummelsee – Der sagenumwobene Klassiker an der Schwarzwaldhochstraße

Direkt an der berühmten Schwarzwaldhochstraße, zu Füßen der Hornisgrinde, liegt der wohl bekannteste aller Schwarzwaldseen: der Mummelsee. Mit 1036 Metern Höhe ist er der höchstgelegene der sieben verbliebenen Karseen im Schwarzwald. Seine Berühmtheit verdankt er nicht nur der perfekten Lage, sondern auch den zahlreichen Sagen, die sich um ihn ranken.

Der Name leitet sich von den weißen Seerosen ab, die hier einst wuchsen und im Volksmund „Mummeln“ genannt wurden. Heute erzählt man sich Geschichten von Nixen und einem Unterwasserkönig, die in den dunklen Tiefen des 17 Meter tiefen Sees leben sollen. Eduard Mörike ließ sich zu seinem Gedicht „Die Geister am Mummelsee“ inspirieren, und selbst Grimmelshausen schickte seinen Simplicissimus in die geheimnisvollen Tiefen.

Sandstrand am Titisee
Sandstrand am Titisee.

Aktivitäten am Mummelsee

Der See lässt sich auf einem barrierefreien Rundweg in etwa 20 Minuten umrunden. Besonders beliebt sind die Tretbootfahrten im Sommer. Das Berghotel Mummelsee direkt am Ufer lädt mit seiner Seeterrasse zum Verweilen ein. Von hier aus kannst du auch zum Hornisgrindegipfel aufsteigen – der dreistündige Grindenpfad führt durch das einzigartige Hochmoor und bietet spektakuläre Ausblicke.

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Praktische Infos Mummelsee

Lage: Direkt an der B500 (Schwarzwaldhochstraße) bei Seebach
Höhe: 1036 m ü. Nönö
Größe: 3,7 Hektar, bis zu 17 Meter tief
Parken: Großer Parkplatz direkt am See
Besonderheit: Tretbootverleih, Kunstpfad, barrierefreier Rundweg

3. Titisee – Der Touristenmagnet im Hochschwarzwald

Der Titisee ist wohl der bekannteste See des Schwarzwalds und zieht jährlich bis zu zwei Millionen Besucher an. Auf 840 Metern Höhe gelegen, erstreckt sich der eiszeitliche See über 1,07 Quadratkilometer und ist durchschnittlich 20 Meter tief. Seine Entstehung verdankt er dem Feldberg-Gletscher, dessen Moränen heute die Ufer bilden.

Die Seestraße in Titisee wird oft als die schönste Flaniermeile des Schwarzwalds bezeichnet. Hier reihen sich Geschäfte, Restaurants und Cafés aneinander, während die Ausflugsboote ihre Runden auf dem kristallklaren See drehen. Trotz des touristischen Trubels hat der See seinen natürlichen Charme bewahrt – abseits der Promenade findest du ruhige Uferbereiche und naturbelassene Badestellen.

Der Feldsee im Gletscherkar
Der Feldsee im Gletscherkar.

Sagen und Legenden um den Titisee

Auch um den Titisee ranken sich mystische Geschichten. So soll hier einst eine Stadt versunken sein, deren Bewohner zur Strafe für ihre Verschwendungssucht in den Fluten untergingen. An stillen Sonntagen, so heißt es, könne man noch immer das Läuten der Kirchenglocken aus der Tiefe hören. Eine andere Sage erzählt von einer alten Frau, die mit ihrer weißen Haube verhindert, dass der See ausläuft und das gesamte Dreisamtal überflutet.

Aktivitäten am Titisee

Der 7,4 Kilometer lange Seerundweg ist ein Muss für jeden Besucher. Er führt abwechslungsreich am Ufer entlang und bietet immer wieder schöne Ausblicke. Im Sommer lockt das Strandbad mit seinem Sandstrand, Liegewiese und Sprungturm. Bootsfahrten, Tretbootverleih und Stand-up-Paddling runden das Wassersportangebot ab. Im Winter verwandelt sich die Region in ein Paradies für Wintersportäler.

Praktische Infos Titisee

Lage: Titisee-Neustadt im Hochschwarzwald
Höhe: 840 m ü. Nönö
Größe: 1,07 km², durchschnittlich 20 Meter tief
Anreise: Mit Bahn über die spektakuläre Höllentalbahn
Highlights: Strandbad, Bootsfahrten, Seerundweg, Winterparadies

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4. Feldsee – Der höchstgelegene Karsee Deutschlands außerhalb der Alpen

Auf 1109 Metern thront der Feldsee wie ein verborgener Schatz am Fuße des Feldbergs. Als höchstgelegener See Deutschlands außerhalb der Alpen ist er ein echtes Naturjuwel. Mit fast 10 Hektar Fläche und bis zu 32 Metern Tiefe ist er zudem der größte Karsee im Schwarzwald – ein Titel, der oft fälschlicherweise dem Mummelsee zugeschrieben wird.

Was den Feldsee so besonders macht, sind die bis zu 300 Meter hohen Karwände, die ihn auf drei Seiten einrahmen. Diese imposante Kulisse entstand während der letzten Eiszeit, als Gletscher das Becken aus dem Buntsandstein heraushobelten. Heute ist der See Teil des ältesten Naturschutzgebietes Baden-Württembergs, das bereits 1937 ausgewiesen wurde.

Das Berghotel am Mummelsee
Das Berghotel am Mummelsee.

Ein Refugium seltener Arten

Der Feldsee ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch ökologisch wertvoll. Das kühle, sauerstoffreiche und nährstoffarme Wasser bietet Lebensraum für seltene Arten wie das stachelsporige Brachsenkraut, einen Unterwasserfarn, der in Deutschland nur noch hier und im Titisee vorkommt. Aus diesem Grund herrscht striktes Badeverbot. Der umgebende Bannwald wird sich selbst überlassen und entwickelt sich zu einem Urwald.

Wanderung zum Feldsee

Der Feldsee ist nur zu Fuß erreichbar, was seinen unberührten Charakter bewahrt hat. Vom Wanderparkplatz Kunzenmoos in Bärental führt eine etwa dreistündige Rundwanderung zum See. Der Weg ist teilweise steil, belohnt aber mit spektakulären Ausblicken. Alternativ kannst du vom Feldberggipfel über den Feldseesteig absteigen – eine anspruchsvolle, aber lohnende Tour mit fantastischen Panoramen.

Praktische Infos Feldsee

Lage: 2 km östlich des Feldbergs
Höhe: 1109 m ü. Nönö (höchster See außerhalb der Alpen)
Größe: 9,75 Hektar, bis zu 32 Meter tief
Besonderheit: Naturschutzgebiet, Baden verboten
Erreichbarkeit: Nur zu Fuß, verschiedene Wanderwege

5. Wildsee bei Kaltenbronn – Deutschlands größter Hochmoorkolk

Auf einer Hochebene zwischen Bad Wildbad, Gernsbach und Forbach liegt ein ganz besonderer See: der Wildsee. Mit 909 Metern Höhe ist er zwar nicht der höchste, aber als größter Hochmoorkolk Deutschlands einzigartig. Das umliegende Wildseemoor ist das größte Hochmoor des Schwarzwalds und eines der letzten intakten Hochmoorgebiete Mitteleuropas.

Die Entstehung des Hochmoors reicht 10.000 Jahre zurück bis ans Ende der letzten Eiszeit. Seitdem ist eine bis zu acht Meter mächtige Torfschicht gewachsen – für jeden Meter brauchte es etwa tausend Jahre! Diese einzigartige Landschaft wurde bereits 1927 unter Naturschutz gestellt und ist damit eines der ältesten Schutzgebiete Baden-Württembergs.

Ein Paradies für Spezialisten

Das nährstoffarme, saure Moorwasser schafft extreme Lebensbedingungen. Nur spezialisierte Arten können hier überleben: Torfmoose, Wollgräser, fleischfressender Sonnentau und die seltene Moorbirke prägen das Bild. Besonders beeindruckend ist die Tierwelt mit der schwarzen Moorameise, verschiedenen Libellenarten und der Kreuzotter in ihrer schwarzen Variante, der „Höllenotter“.

Aussichtsturm am Schluchsee
Aussichtsturm am Schluchsee.

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Der Bohlenweg zum Wildsee

Ein rustikaler Bohlenweg führt durch das Hochmoor direkt zum See. Dieser Weg aus alten Eisenbahnschwellen schützt nicht nur das empfindliche Moor, sondern bietet auch ein besonderes Wandererlebnis. Bei jedem Schritt federt der Moorboden unter den Bohlen – ein faszinierendes Gefühl! Die Rundwanderung vom Infozentrum Kaltenbronn zum Wildsee und zurück dauert etwa zwei Stunden.

Restaurant-Tipp: Grünhütte

Nach der Wanderung zum Wildsee empfehle ich einen Abstecher zur Grünhütte. Diese urige Waldgaststätte liegt zwischen Kaltenbronn und Bad Wildbad-Sommerberg und ist berühmt für ihre schwäbischen Spezialitäten. Der absolute Hit: die legendären Heidelbeerpfannkuchen! Die Hütte ist von Mittwoch bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (Montag und Dienstag Ruhetag). Ein Geheimtipp für alle, die authentische Schwarzwälder Gastlichkeit suchen (Grünhütte, 75323 Bad Wildbad, www.gruenhuette.de).

Praktische Infos Wildsee

Lage: Kaltenbronn zwischen Bad Wildbad und Gernsbach
Höhe: 909 m ü. Nönö
Größe: 2,3 Hektar (größter Hochmoorkolk Deutschlands)
Besonderheit: Hochmoor, Bohlenweg, Bannwald
Ausgangspunkt: Infozentrum Kaltenbronn (Parkgebühren)

Die Seen im Vergleich – Welcher passt zu dir?

Jeder der fünf Seen hat seinen ganz eigenen Charakter. Der Glaswaldsee ist perfekt für alle, die Ruhe und unberührte Natur suchen. Der Mummelsee bietet die beste Infrastruktur und ist ideal für einen Familienausflug. Am Titisee findest du das komplette Urlaubsprogramm vom Baden bis zum Shopping. Der Feldsee begeistert ambitionierte Wanderer und Naturschützer. Und der Wildsee fasziniert mit seiner einzigartigen Hochmoorlandschaft.

Beste Reisezeit für die Schwarzwaldseen

Jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz. Im Frühling erwacht die Natur, und die Seen sind noch nicht überlaufen. Der Sommer lockt mit Bademöglichkeiten und langen Wandertagen. Im Herbst verwandeln sich die Wälder in ein Farbenmeer – besonders am Glaswaldsee und Wildsee ein Traum. Der Winter verzaubert die Seen in märchenhafte Eislandschaften, wobei der Mummelsee und Feldsee besonders fotogen sind.

Tipps für deinen Besuch

Früh aufstehen lohnt sich: Besonders am Wochenende sind die beliebten Seen schnell überfüllt. Wer die mystische Morgenstimmung erleben will, sollte bei Sonnenaufgang da sein.

Der Wildsee im Bannwald
Der Wildsee im Bannwald.

Respektiere die Natur: Viele Seen liegen in Naturschutzgebieten. Bleib auf den Wegen, nimm deinen Müll mit und beachte Badeverbote.

Plane genug Zeit ein: Jeder See verdient mindestens einen halben Tag. Mit Wanderung, Umrundung und gemütlicher Einkehr vergeht die Zeit wie im Flug.

Die richtige Ausrüstung: Feste Wanderschuhe sind ein Muss. Pack auch bei Sonnenschein eine Regenjacke ein – das Wetter im Schwarzwald kann schnell umschlagen.

Übersicht: Die 5 schönsten Schwarzwaldseen auf einen Blick

1. Glaswaldsee: 839 m ü. Nönö, 3 ha, bis 11 m tief
Mystischer Karsee, nur zu Fuß erreichbar, perfekt für Ruhesuchende

2. Mummelsee: 1036 m ü. Nönö, 3,7 ha, bis 17 m tief
Höchster Karsee, direkt an der B500, ideal für Familien

3. Titisee: 840 m ü. Nönö, 1,07 km², bis 40 m tief
Größter Natursee, touristisches Zentrum, perfekt für Wassersport

4. Feldsee: 1109 m ü. Nönö, 9,75 ha, bis 32 m tief
Höchster See außerhalb der Alpen, Naturschutzgebiet, für Wanderer

5. Wildsee: 909 m ü. Nönö, 2,3 ha
Größter Hochmoorkolk Deutschlands, einzigartige Flora und Fauna

Insider-Tipp: Plane eine mehrtägige Seen-Tour! Mit einer zentralen Unterkunft in Bad Peterstal-Griesbach oder Freudenstadt erreichst du alle fünf Seen bequem für Tagesausflüge. So kannst du jeden See in Ruhe genießen und die unterschiedlichen Stimmungen erleben.

Die Seen des Schwarzwalds sind wie Perlen an einer Kette – jede für sich einzigartig und wunderschön. Ob du nun die Einsamkeit am Glaswaldsee suchst, den Trubel am Titisee genießt oder durch das Hochmoor zum Wildsee wanderst – diese fünf Naturjuwelen werden dich verzaubern. Pack deine Wanderschuhe ein und entdecke die schönsten Seen im Herzen des Schwarzwalds. Ich verspreche dir: Es wird ein unvergessliches Erlebnis!

Häufige Fragen zu den Seen im Schwarzwald

In welchem See im Schwarzwald kann man am besten baden?
Zum Baden eignen sich vor allem der Titisee und der Schluchsee mit ihren Strandbädern und Liegewiesen.

Welcher ist der größte See im Schwarzwald?
Der Schluchsee ist der größte See des Schwarzwalds, gefolgt vom Titisee.

Welche Seen sollte man nicht zum Baden nutzen?
Naturschutz- und Moorseen wie Feldsee, Wildsee und Hohlohsee stehen unter Schutz; hier ist Baden nicht erlaubt.

Wann ist die beste Zeit für einen Seebesuch?
Der Sommer eignet sich zum Baden, der Herbst bietet Ruhe und klare Fernsicht. An Hotspots lohnt es sich, früh zu kommen.