Seen und Baden

Schwarzenbach-Talsperre – Der größte Stausee im Nord- und Mittelschwarzwald

Die Schwarzenbach-Talsperre auf einen Blick

  • Lage: bei Forbach im Murgtal, Nordschwarzwald, auf 668,5 m Höhe
  • Größe: größter Stausee im Nord- und Mittelschwarzwald, ca. 2,5 km lang, 14,4 Mio. m³
  • Staumauer: 400 m lang, 65,3 m hoch, begehbare Mauerkrone
  • Rundweg: ca. 6,5 km um den See, leicht bis mittel
  • Baden/Boot: Baden auf eigene Verantwortung; Bootsverleih Mai–September
  • Eintritt: kostenlos, ganzjährig zugänglich

Die Schwarzenbach-Talsperre ist der größte Stausee im Nord- und Mittelschwarzwald – und einer der eindrucksvollsten. Auf 668,5 Metern Höhe staut eine gewaltige Mauer das Wasser zu einem rund 2,5 Kilometer langen See mit 14,4 Millionen Kubikmetern Fassungsvermögen, eingebettet in dunkle Tannenwälder oberhalb des Murgtals. Für Wanderer, Aktivurlauber und Familien ist der Stausee ein lohnendes Ziel zu jeder Jahreszeit.

In diesem Guide erfährst du alles für deinen Besuch: die Geschichte der monumentalen Staumauer, den Rundweg um den See, Möglichkeiten zum Baden, Bootfahren und Angeln, die schönsten Aussichten sowie Einkehrtipps und lohnende Ziele in der Umgebung entlang der Schwarzwaldhochstraße und im Murgtal.

Die Staumauer – ein Meisterwerk der Ingenieurskunst

Die imposante Staumauer ist 400 Meter lang und 65,3 Meter hoch. Sie gehört zu den ersten Gussbeton-Talsperren Deutschlands und wurde zwischen 1922 und 1926 erbaut – während der Bauzeit arbeiteten bis zu 2.000 Menschen an dem gewaltigen Projekt. Die Talsperre ist bis heute Teil eines Pumpspeicherwerks, das Strom erzeugt: In Zeiten hoher Nachfrage stürzt das Wasser zur Stromgewinnung ins Tal, in Schwachlastzeiten wird es wieder nach oben gepumpt.

Ein Spaziergang über die begehbare Mauerkrone ist ein besonderes Erlebnis. Von hier oben schweift der Blick über den See auf der einen und tief ins Tal auf der anderen Seite. Informationstafeln erklären Geschichte und Technik der Anlage – ein spannender Stopp gerade für Familien und technisch Interessierte.

Der Rundweg um den See

Ein gut ausgeschilderter Rundweg von rund 6,5 Kilometern führt um den Stausee und ist ideal für Spaziergänger und Wanderer. Der überwiegend flache bis leicht hügelige Weg lässt sich in etwa zwei Stunden bewältigen und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf das Wasser und die bewaldeten Hänge. Unterwegs laden kleine Sandbuchten zu einer Pause ein. Trittsicheres Schuhwerk ist an einigen naturbelassenen Abschnitten von Vorteil.

Die imposante Staumauer der Schwarzenbach-Talsperre
Die imposante Staumauer der Schwarzenbach-Talsperre.

Baden, Bootfahren und Angeln

Der See bietet vielfältige Möglichkeiten für einen aktiven Tag am Wasser.

Baden

An heißen Sommertagen lockt der Stausee mit kühlem Nass. Das Schwimmen ist erlaubt, erfolgt aber auf eigene Verantwortung, da es keine Aufsicht gibt. Rund um den See gibt es mehrere kleine Sandbuchten zum Sonnen und Baden. Prüfe vorab die aktuelle Wasserlage – in warmen Monaten können zeitweise Blaualgen auftreten.

Der Stausee der Schwarzenbach-Talsperre mit Booten
Der Stausee der Schwarzenbach-Talsperre mit Booten.

Bootfahren

In den warmen Monaten (etwa Mai bis September) kannst du Ruder-, Tret- und Elektroboote mieten. Die Bootsverleihstation liegt nahe der Staumauer, sodass der Einstieg bequem ist. Vom Wasser aus eröffnet sich eine ganz neue Perspektive auf die Talsperre und die umliegende Landschaft.

Angeln

Mit einer gültigen Angelkarte lässt sich am See auf verschiedene Fischarten wie Forelle und Karpfen angeln. Die Ruhe des Wassers und die idyllische Kulisse machen das Angeln hier zu einem besonderen Erlebnis.

Natur, Ruhe und der schönste Sonnenuntergang

Die Umgebung der Schwarzenbach-Talsperre ist geprägt von der typischen Schwarzwald-Idylle: hohe Tannen, sanfte Höhenrücken und weite Blicke. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch zum Sonnenuntergang, wenn sich die Farben des Himmels im Wasser spiegeln. Mit Decke und Picknick wird der Abend am See zu einem kleinen Naturerlebnis. Wer Ruhe sucht, kommt früh am Morgen oder unter der Woche – dann gehört der Rundweg fast dir allein.

Blick über den Stausee zur Staumauer
Blick über den Stausee zur Staumauer.

Beste Reisezeit

Die Talsperre lohnt sich das ganze Jahr. Der Sommer ist ideal zum Baden und Bootfahren, der Herbst taucht die Wälder in warme Farben und sorgt für klare Fernsicht, und im Winter zeigt sich die verschneite Mauerkrone besonders eindrucksvoll. Im Frühling ist der Wasserstand nach der Schneeschmelze oft am höchsten. Beachte, dass der Pegel je nach Betrieb des Pumpspeicherwerks schwanken kann – bei niedrigem Stand treten Ufer und Buchten stärker hervor.

Einkehren an der Talsperre

Nach einem aktiven Tag laden mehrere Adressen zur Stärkung ein. Direkt neben der Staumauer versorgt ein kleiner Imbiss hungrige Besucher mit Würsten, Snacks und Getränken – perfekt für zwischendurch. Im nahen Forbach bietet das traditionsreiche Gasthaus Adler (Hauptstraße 37, 76596 Forbach) deftige Hausmannskost und regionale Spezialitäten. Wer es gehoben mag, findet im nahen Baiersbronn eine der höchsten Dichten an Sterneküche Deutschlands.

An der Mauerkrone der Schwarzenbach-Talsperre
An der Mauerkrone der Schwarzenbach-Talsperre.

Sehenswertes in der Umgebung

Die Schwarzenbach-Talsperre liegt eingebettet im wildromantischen Murgtal, das zahlreiche Wander- und Radtouren entlang der Murg bietet. Das charmante Dorf Schwarzenberg mit seinen gut erhaltenen Schwarzwaldhäusern ist einen Spaziergang wert. Etwa eine halbe Stunde entfernt liegen die Sankenbachwasserfälle bei Baiersbronn mit einer schönen Wanderung.

Entlang der Schwarzwaldhochstraße

Die berühmte Schwarzwaldhochstraße (B500) führt in der Nähe vorbei und verbindet die Talsperre mit einigen der schönsten Ziele des Nordschwarzwalds. Nur rund 20 Minuten entfernt liegt der sagenumwobene Mummelsee mit Rundweg, Bootsverleih und traditionsreichem Berggasthof. Wenige Kilometer weiter erhebt sich die Hornisgrinde, der höchste Berg des Nordschwarzwalds, dessen Aussichtsturm bei klarer Sicht bis zu den Vogesen reicht. So lässt sich der Besuch der Talsperre bequem zu einer Panoramatour verbinden.

Kleine Sandbucht am Ufer der Talsperre
Kleine Sandbucht am Ufer der Talsperre.

Anfahrt und Parken

Mit dem Auto erreichst du die Schwarzenbach-Talsperre über Forbach und Raumünzach im Murgtal; von dort führt eine Bergstraße hinauf zur Staumauer, an der Parkplätze zur Verfügung stehen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst du über die Murgtalbahn bis Forbach und weiter mit dem Bus. Übernachtungsgäste nutzen mit der KONUS-Gästekarte den Nahverkehr im Schwarzwald kostenlos.

Praktische Tipps

Komm früh, um an schönen Sommertagen einen Parkplatz an der Mauer zu bekommen. Nimm bei Badeabsichten Wasserschuhe mit, da die Ufer teils steinig sind. Für den Rundweg empfehlen sich feste Schuhe und ausreichend Wasser. Beachte Hinweistafeln zu Wasserqualität und Sperrungen, und nimm deinen Müll wieder mit, um die Natur zu schonen. Hunde sind willkommen, sollten aber an der Leine geführt werden.

Mit weiteren Zielen kombinieren

Die Schwarzenbach-Talsperre ist einer von vielen lohnenden Stopps in der Seen und Baden im Schwarzwald. In der Nähe locken der Mummelsee und die Hornisgrinde. Einen Überblick über die gesamte Region bekommst du auf der Startseite von Wunderschöner Schwarzwald, und geführte Touren sowie Aktivitäten in der Umgebung buchstã du direkt über Touren und Erlebnisse.

Geschichte und Technik im Detail

Die Schwarzenbach-Talsperre ist das Herzstück des Rudolf-Fettweis-Werks, eines der ältesten Pumpspeicherkraftwerke Deutschlands. Schon in den 1920er-Jahren erkannte man das Potenzial des Höhenunterschieds zwischen dem Stausee und dem Murgtal: Bei hohem Strombedarf schießt das Wasser durch Druckrohrleitungen hinab und treibt Turbinen an, in Zeiten mit Stromüberschuss wird es wieder nach oben gepumpt. Diese Speicherfunktion ist heute, im Zeitalter der erneuerbaren Energien, aktueller denn je, denn sie hilft, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Der Bau der Mauer in Gussbeton-Bauweise war damals eine technische Pionierleistung, und bis heute gilt die Anlage als eindrucksvolles Industriedenkmal mitten in der Natur.

Wanderungen rund um die Talsperre

Wer mehr als den Seerundweg möchte, findet rund um die Talsperre ein dichtes Wegenetz. Beliebt ist die Verbindung hinauf zum Ferienort Herrenwies und weiter in Richtung Schwarzwaldhochstraße, wo sich Ausblicke über die bewaldeten Höhen des Nordschwarzwalds öffnen. Auch der Aufstieg zu umliegenden Aussichtspunkten lohnt sich, von denen aus die türkis schimmernde Wasserfläche zwischen den dunklen Tannen besonders eindrucksvoll wirkt. Für längere Touren solltest du eine Wanderkarte oder App nutzen, festes Schuhwerk tragen und genügend Wasser mitnehmen – die Wege sind teils steil und führen durch dichten Wald.

Flora und Fauna

Die Ufer und Wälder rund um die Talsperre sind Lebensraum für zahlreiche Arten. In den Tannen- und Fichtenwäldern leben Schwarzspecht, Tannenhäher und mit etwas Glück lässt sich ein Kolkrabe beobachten. Am Wasser jagen im Sommer Libellen, und in den ruhigeren Buchten tummeln sich Fische, die auch die Angler schätzen. Im Frühjahr blühen entlang der Wege Heidelbeeren und Fingerhut, im Spätsommer leuchten die Heidekrautflächen der Höhen violett. Wer leise und aufmerksam unterwegs ist, entdeckt in dieser scheinbar rauen Landschaft eine erstaunliche Vielfalt.

Die Talsperre mit Kindern

Für Familien ist die Schwarzenbach-Talsperre ein dankbares Ziel: Der Rundweg ist überschaubar, die Sandbuchten laden zum Planschen und Spielen ein, und die begehbare Staumauer mit ihren Infotafeln fasziniert auch die Kleinen. Ein Tretboot ist für Kinder oft das Highlight des Tages. Plane genügend Zeit für Pausen ein und denk an Sonnenschutz, denn an der offenen Wasserfläche brennt die Sonne stärker. Der Imbiss an der Mauer sorgt für schnelle Verpflegung, wenn der Hunger kommt.

Fotografie an der Talsperre

Die Talsperre bietet großartige Motive: die geschwungene Mauerkrone, die Spiegelungen der Tannen im Wasser und die weiten Blicke ins Murgtal. Am schönsten ist das Licht am frühen Morgen, wenn oft noch Nebel über dem See liegt, und zum Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel im Wasser färbt. Ein Weitwinkel fängt die ganze Mauer ein, während sich vom Rundweg aus stimmungsvolle Detailaufnahmen der Buchten ergeben. Bei niedrigem Wasserstand entstehen ungewöhnliche Bilder der freigelegten Uferzonen.

Winter an der Talsperre

Im Winter zeigt sich die Talsperre von ihrer stillen Seite. Wenn Schnee die Wälder und die Mauerkrone bedeckt, wird der Rundweg zu einer ruhigen Winterwanderung – festes, rutschöfestes Schuhwerk und Vorsicht auf vereisten Abschnitten vorausgesetzt. Die klare Winterluft sorgt für besonders weite Blicke, und die verschneite Landschaft rund um den halb entleerten See hat einen ganz eigenen, fast nordischen Reiz. In Kombination mit der nahen Schwarzwaldhochstraße, die im Winter zum Rodeln und Langlaufen einlädt, wird daraus ein rundum winterlicher Ausflugstag.

Ein Tag am Stausee – Vorschlag für die Route

Für einen rundum gelungenen Tag bietet sich folgende Kombination an: Starte am Vormittag mit einem Spaziergang über die Staumauer und lies die Infotafeln zur Geschichte der Anlage. Anschließend nimmst du den Rundweg um den See und legst an einer der Sandbuchten eine Badepause ein. Zur Mittagszeit stärkst du dich am Imbiss an der Mauer oder im Gasthaus Adler in Forbach. Am Nachmittag lohnt der Abstecher hinauf zur Schwarzwaldhochstraße mit einem Besuch am nahen Mummelsee und einem Panoramastopp an der Hornisgrinde. Wer möchte, kehrt zum Sonnenuntergang noch einmal an den See zurück – dann liegt die Wasserfläche im goldenen Abendlicht und der Tag klingt in Ruhe aus.

Verantwortungsvoll unterwegs

Die Talsperre liegt in einer sensiblen Naturlandschaft und ist zugleich eine aktive technische Anlage. Halte dich an Absperrungen und Hinweisschilder, besonders im Bereich der Mauer und der Wasserentnahme. Der Wasserstand kann betriebsbedingt schwanken; betritt freigelegte Uferzonen nur vorsichtig, da der Untergrund rutschig sein kann. Nimm deinen Müll wieder mit, entzünde kein Feuer und respektiere die Ruhe der Natur, damit dieses besondere Fleckchen Nordschwarzwald auch für kommende Besucher erhalten bleibt. Hunde sind willkommen, gehören aber – vor allem an den Badebuchten und auf der Mauer – an die Leine.

Übernachten in der Region

Wer mehr als einen Tag bleiben möchte, findet rund um die Schwarzenbach-Talsperre eine gute Auswahl an Unterkünften. In Forbach und den umliegenden Murgtal-Orten gibt es gemütliche Gasthöfe, Ferienwohnungen und Schwarzwaldpensionen, oft mit Blick ins Tal. Der Höhenort Herrenwies oberhalb des Sees ist ein ruhiger Ausgangspunkt für Wanderungen. Etwas weiter, entlang der Schwarzwaldhochstraße, reihen sich traditionsreiche Berghotels, und das nahe Baiersbronn bietet vom einfachen Gasthof bis zum Luxushotel alles. Viele Betriebe stellen die KONUS-Gästekarte aus, mit der du den öffentlichen Nahverkehr im gesamten Schwarzwald kostenlos nutzt – ideal, um die Talsperre, den Mummelsee und die Hornisgrinde ganz ohne Auto zu verbinden. Wer es ursprünglich mag, findet in der Umgebung außerdem Campingplätze und Wohnmobilstellplätze, von denen aus sich der Sonnenaufgang am See besonders stimmungsvoll erleben lässt.

Mein Fazit

Die Schwarzenbach-Talsperre verbindet beeindruckende Ingenieurskunst mit Schwarzwald-Idylle: eine begehbare Mauer mit weitem Blick, ein abwechslungsreicher Rundweg, Badebuchten und Bootsverleih – und all das an der Schwelle zur Schwarzwaldhochstraße. Wer Natur, Aktivität und ein bisschen Technikgeschichte verbinden möchte, findet hier ein Ausflugsziel, das sich zu jeder Jahreszeit lohnt.

Die Schwarzenbachtalsperre ist ein beliebter Halt an der Schwarzwaldhochstraße – entdecke alle Sehenswürdigkeiten der Route.

Häufige Fragen zur Schwarzenbach-Talsperre

Darf man in der Schwarzenbach-Talsperre baden?
Ja, das Baden ist auf eigene Verantwortung erlaubt. Es gibt keine Aufsicht; prüfe vorab die Wasserlage, da zeitweise Blaualgen auftreten können.

Wie lang ist der Rundweg um den See?
Der Rundweg ist rund 6,5 Kilometer lang und in etwa zwei Stunden gut zu bewältigen.

Kann man Boote mieten?
Ja, von etwa Mai bis September gibt es nahe der Staumauer einen Verleih für Ruder-, Tret- und Elektroboote.

Kostet der Besuch Eintritt?
Nein, der Zugang zur Talsperre und zur Mauerkrone ist kostenlos und ganzjährig möglich.

Wie kommt man zur Talsperre?
Mit dem Auto über Forbach/Raumünzach im Murgtal, dann hinauf zur Staumauer (Parkplätze). Mit der Bahn bis Forbach und weiter per Bus.